MIT Technology Review 2/2024
S. 54
Titel
Internet

Wie man das Internet repariert

Bedrohen, beleidigen, belügen: Wenn wir wollen, dass der Online-Diskurs zivilisierter wird, müssen wir die großen Plattformen hinter uns lassen.

Katie Notopoulos (Übersetzung: Wolfgang Stieler)

Jeder weiß, dass das Internet ein grauenhafter Ort sein kann. Eine Ansammlung von „Höllenseiten“, eine Büchse der Pandora, ein Quell von Fehlinformationen, Mobbing, Manipulation und Missbrauch. Aber das Internet ist auch ein Zufluchtsort, ein Ort der Unterstützung, der Fürsprache und der Gemeinschaft. Es bietet Informationen in Krisenzeiten. Es kann uns mit lange verschollenen Freunden in Verbindung bringen. Es kann uns zum Lachen bringen – oder eine Pizza schicken. Es ist gut und schlecht zugleich, eine Dualität, und ich weigere mich, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Es lohnt sich, für das Internet zu kämpfen, denn trotz all des Elends gibt es dort noch so viel Gutes zu finden. Zu behaupten, das sei nicht einfach, ist eine Untertreibung. Das Internet ist ein schwieriges Problem par excellence. Aber ich habe eine Idee.

Um den Patienten zu heilen, müssen wir jedoch zuerst die Krankheit identifizieren. Wenn wir über das Internet sprechen, meinen wir damit nicht die physische und die digitale Infrastruktur: Die Protokolle, die Vermittlungsstellen, die Kabel und sogar die Satelliten selbst sind größtenteils in Ordnung. Das Internet, von dem wir hier sprechen, meint die beliebten Kommunikationsplattformen, die Sie wahrscheinlich in irgendeiner Form auf Ihrem Handy nutzen.